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Neue Hoffnung für die Frau und den Sohn von Fauas Emo

Yeziden demonstrieren gegen Abschiebung nach Syrien / Gespräch im Kreishaus: "Es gab positive Signale"

Yeziden demonstrieren gegen Abschiebung nach Syrien / Gespräch im Kreishaus: "Es gab positive Signale"

Minden (lkp). Friedlich, aber lautstark haben 200 yezidische Kurden am Montagnachmittag in Minden gegen die drohende Abschiebung des Kurden Fauas Emo aus Porta Westfalica nach Syrien demonstriert. Am Ende gab es ein Gespräch seiner Frau Sinam Hasso mit Kreisdirektorin Cornelia Schöder. Aus einem weiten Umkreis zwischen Hildesheim und Oldenburg waren am Mittag Unterstützer aus einem weitläufigen Verwandten- und Bekanntenkreis des 27-Jährigen angereist. Darunter aus Hannover auch die Ehefrau mit ihrem erst 14-monatigen Sohn. Beiden war das Zusammenleben mit Fauas Emo bislang verwehrt, da aus Sicht der Behörden Identitätsfragen nicht geklärt werden konnten und die Eheschließung nach religiösem Ritus der mehr als 2000 Jahre alten Religion angezweifelt wird (MT vom 15. Mai).

"In Deutschland leben 70 000 bis 80 000 yezidische Kurden", erklärte Ilyas Yanc vom Yezidischen Forum in Oldenburg. Aufgrund eines Rückführungsabkommens zwischen beiden Staaten seien 7000 Personen von Abschiebung nach Syrien bedroht, das die Demonstranten als Folterstaat bezeichneten. Rückkehrern drohe die Verhaftung, oft verbunden mit Folter. "Syrien hat einen sehr starken Geheimdienst", erklärte Hasan Akalin vom Integrationsrat der Stadt. Seit 1990 sei die Zahl der Yeziden in Syrien mehr als 12 000 auf unter 3500 gesunken, so Yanc.

Friedlich zogen die Demonstranten kurz nach 13 Uhr vom Simeonsplatz über Schwichowwall und Portastraße zum Kreishaus, während die Polizei den Verkehr regelte und es zu kurzzeitigen Rückstaus kam. Vor allem die jungen Frauen skandierten mit ihren Deutschland-Fahnen schwenkenden Kindern Slogans von "Stopp, Stopp, Abschiebung" bis hin zu "Deutschland ist unser Vaterland".

Trotz zeitweiligen Nieselregens harrten die Demonstranten anderthalb Stunden vor dem Kreishaus aus und riefen bei einer Kundgebung immer wieder ihre Forderung, dass Fauas Emo zu seiner Frau und seinem Sohn zurückkehren müsse. Ordner und Polizeibeamte verhinderten mehr symbolische Versuche, den Gebäudeeingängen allzu nahe zu kommen. Stattdessen erhielten Ilyas Yanc und ein weiterer Vertreter die Gelegenheit, Kreisdirektorin Cornelia Schöder und Rechtsdezernent Dr. Bert Honsel den Fall darzulegen. "Es gab positive Signale", charakterisierte Yanc hinterher die Gesprächsatmosphäre als konstruktiv.

"Uns wurde aufgezeigt, welche Schritte noch möglich sind bis hin zum Petitionsausschuss." Dessen Vorsitzende war bislang die heimische Landtagsabgeordnete Inge Howe. Zum Ende wurde auch noch Sinam Hasso mit ihrem Sohn Lawend Emo zu einer kurzen Begegnung ins Kreishaus gebeten.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 17.05.2010 um 21:15:49 Uhr
Letzte Änderung am 18.05.2010 um 12:07:58 Uhr

Quelle: http://www.mt-online.de/_em_cms/_globals/print.php?em_ssc=MSw3MzgsMSwxMzk0LDEsNjEyLDEsMA==&em_cnt=3552876&em_loc=239&em_ref=/lokales/minden/&em_ivw=stadtld-mind&em_absatz_bold=0